seconda donna
Juni 8, 2019
4:00 pm
Halle (Händelfestspiele)
Leopoldina

Julia Böhme (Alt), Robin Peter Müller (Violine & Leitung)

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte.
Die im Dunkeln sieht man nicht.
Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

Normalerweise sind es die Primadonnen der Barockopern, die Titelfiguren und zentralen Heldinnen und Helden, die besondere Beachtung finden und auf die der Scheinwerfer gerichtet ist. Dabei haben Opernkomponisten wie Händel und Vivaldi wohl eine besondere Zuneigung zu den „Frauen im Schatten“ gehabt – zu den Königinnen, Dienerinnen, Zofen oder verschmähten Geliebten. Sie sind nicht nur Garanten für dramatischste Entwicklungen der Handlung, aufwallende Gefühle oder herzzerreißende Szenen, sondern sie wurden auch mit atemberaubend schönen Arien bedacht, mal klagend, mal sinnierend, mal voller Rachsucht und Wut. Und sie sind in den tiefen Lagen weiblicher Alt-Stimmen und den damit verbundenen Klangfarben und Ausdrucksspektren das Gegenkonzept zu den artistischen und artifiziellen Sopranen, Kastraten und Altisten.
In einer facettenreichen Zusammenstellung von Arien aus dem Opernschaffen Händels und Vivaldis bekommt nun, in der Interpretation von Julia Böhme und dem La Folia Barockorchester, die „seconda donna“ ihren großen Auftritt. Die „seconde donne“ sind u. a. Selene (Händel: Berenice), Zenobia (Händel: Radamisto), Matilde (Händel: Lotario), Bradamante (Vivaldi: Orlando) und Tamiri
(Vivaldi: Farnace).

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