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Dr. Oliver Geisler

Management & Dramaturgie

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Gibt es für Dich einen „unvergesslichen“ Moment mit dem LFBO?

„Es war die erste Begegnung mit diesem besonderen Klang – mal aufbrausend und rauh, dann wieder umschmeichelnd, stets mit einer bemerkenswerten Energie. Es waren und sind streitbare Interpretationen. Das hatte mich neugierig gemacht.“

Was macht ein perfektes Konzert aus?

„Perfekt ist ein Konzert, wenn nicht Perfektion im Vordergrund steht, sondern Leidenschaft, Gestaltungswille, Energie. Wenn künstlerisches Können und ein gewisses Sendungsbewusstsein, eine (Achtung: altmodisches Wort) Botschaft auszusenden, Hand in Hand gehen.
Perfekt oder ideal ist es, wenn das Programm dem Publikum Entscheidungsoptionen offen lässt: ob es ’nur‘ Unterhaltung sucht, oder ob es nach Inhalten, kulturgeschichtlichen Anschlussthemen, nach Verbindungen zwischen den Werken o.ä. suchen will.“

Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?

„Oh, das sind viele, da ich häufig mehrere Bücher parallel lese, auch, weil ich da ja bestimmte Themen der Arbeit vorbereite.
Jüngst waren das:
– Volker Hagedorn, Bachs Welt
– Jonas Karlsson, Das Zimmer
– Tom Cooper: Das zerstörte Leben des Wes Trench
– Ian Bostridge, Schuberts Winterreise

Aktuell lese ich Péter Esterházy, Die Markus-Version.“

Was machst Du kurz vor einem Konzert?

„Ich suche meinen Platz im Zuschauerraum.“

Was ist der schwierigste Aspekt an Deinem Job?

„Das Aushandeln und Verknüpfen verschiedenster Interessen und Ansichten. Und immer mal wieder die Einsicht, dass Ideen nicht durch- oder umsetzbar sind. Und natürlich die permanente Suche nach Möglichkeiten der Finanzierung von Ideen.“

Welche Dinge beinhaltet ein „normaler“ Konzerttag für Dich?

„Tausend kleine Dinge der Organisation. Aber das ist langweilig zu beschreiben, weil es nunmal Teil der Arbeit ist.
Wichtiger sind: Vorfreude, Aufregung, Neugier, Anspannung, ein gutes Essen vorher und ein geselliges Getränk nachher.“

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Dr. Oliver Geisler ist ein freischaffender Dramaturg und Kulturmanager. Er studierte Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie in Dresden und Wien und promovierte in Neuerer deutscher Literatur und Kulturwissenschaft. Von 2010-2015 arbeitete er für den Dresdner Kammerchor als Chormanager und konzipierte und betreute dabei u.a. die Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung. Seit 2015 ist er als Dramaturg und Orchestermanager des La Folia Barockorchesters tätig. Neben dieser Arbeit ist er Dramaturg des Musikfestes Erzgebirge sowie beratend bei weiteren Klassikfestivals tätig. Moderationen, Einführungen und die Entwicklung von Kultur- und Musikkonzepten erweitern sein Tätigkeitsfeld.

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